Prismenferngläser Technik
Vom Porro-Prismenfernglas bis zum Dachkant-Prismenfernglas

Unter den Prismenferngläsern finden sich zwei grundlegende Typen, welche als Porro-Prismen- und Dachkant-Prismen-Ferngläser bezeichnet werden.
Das Porro-Prisma wurde erstmals im Jahre 1854 von einem italienischen Ingenieur Namens Ignazio Porro, entwickelt. Das Porro-Prisma lenkt die Lichtstrahlen, die durch die Objektive ins Innere der Strahlenröhren gelangen mehrfach um, wodurch das Bild, welches von jedem der beiden Objektive grundsätzlich seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend ausgegeben wird, wieder in die richtige Position gebracht wird. Hierfür werden in der Regel pro Strahlengang zwei Porro-Prismen benötigt. Porro-Prismen-Ferngläser sind rein äußerlich an ihrer breiten, kurzen Konstruktionsform und an den weit auseinander liegenden Objektiven erkennbar. Der große Abstand zwischen den beiden Objektiven ermöglicht aufgrund der hohen Lichtdurchlässigkeit ein sehr gutes, stereotopisches Sehen, wobei sich das Nahsehen mit einem Porro-Prismen-Fernglas etwas schwieriger gestaltet.
In einem Dachkant-Prismen-Fernglas sorgen die Dachkant-Prismen für eine richtige Ausrichtung des Bildes. Hierfür gibt es heutzutage verschiedene Systeme, wie das Schmidt-Pechan-Prismen-System, welches mit zwei unterschiedlichen Prismen arbeitet, dem Schmidt- und dem Pechan-Prisma. Für diese Art von Prismenfernglas wird in jedem der beiden Strahlenrohre eine sehr aufwendige Verspiegelung benötigt. Diese Art von Prismensystem ist heutzutage in den meisten Dachkant-Prismen-Ferngläsern anzutreffen. Jedoch finden sich noch zahlreiche andere Prismensysteme, wie das Uppendahl-Prismen-System, welches mit drei Prismen pro Strahlenrohr arbeitete, das Abbe-König-Prismen-System, bei welchem auf eine aufwendige Verspiegelung verzichtet werden kann, das Sprenger-Leman-System, welches grundsätzlich aus einem einzigen Stück gefertigt wird, und das Möller-Prisma, welches wiederum aus zwei Prismen besteht, jedoch auch aufgrund der hohen Transmissionswerte eine Bauweise mit sehr eng aneinander liegenden Objektiven erlaubt. Das Sprenger-Leman- und Möller-Prisma werden heutzutage kaum noch für den Bau von Ferngläsern verwendet.
